{"id":1146,"date":"2018-10-21T21:24:09","date_gmt":"2018-10-21T19:24:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/tloenfahrer\/?p=1146"},"modified":"2021-04-11T08:26:47","modified_gmt":"2021-04-11T08:26:47","slug":"2018-42-woche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tloenfahrer.wababbel.de\/?p=1146","title":{"rendered":"2018\/42"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wochenkalender:<\/strong><\/p>\n<p>Und wieder einmal der Versuch, dem Alltag die Zeit abzutrotzen um etwas aufzuschreiben. F\u00fcr ein Tagebuch reicht es nicht, aber ein Wochenbuch sollte doch m\u00f6glich sein. Unter Stichworten zusammengefasste Notizen \u00fcber Erlebtes, Gedachtes und Gelesenes. Ob es gelingt wird man schnell dran erkennen, ob eine l\u00fcckenlose Fortf\u00fchrung gelingt. Wenn nicht, kommt auch dieses Vorhaben in das schon gut gef\u00fcllte Massengrab der guten Vors\u00e4tze.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zuf\u00e4lle:<\/strong><\/p>\n<p>Seit zwei Wochen habe ich eine neue Kollegin, die mit mir das B\u00fcro teilt. Wir sind im gleichen Alter und haben recht schnell festgestellt, dass uns das mindestens achtst\u00fcndige Zusammensein jeden Tag nicht vor gr\u00f6\u00dfere Probleme stellen wird. In einem der zwanglosen Plaudereien kamen wir auf das Thema Religion und beil\u00e4ufig erw\u00e4hnte ich meine Vergangenheit bei den Zeugen Jehovas. Die Reaktion waren zwei aufgerissene Augen und das Bekenntnis ihrerseits, ebenfalls etwa zwanzig Jahre in diesem dubiosen Club verbracht zu haben. Der Rest des Arbeitstages bestand in dem Abgleich von Lebensl\u00e4ufen, wobei ich feststellte, mein Ausstieg war wesentlich einfacher verlaufen als der ihre. Auf dem Heimweg dann \u2013 auf seltsame Art ber\u00fchrt von dieser Zuf\u00e4lligkeit und dem unerwarteten Hervorholen sorgsam weggepackter Erinnerungen \u2013 war wieder dieser Wunsch pr\u00e4sent, das Erlebte doch irgendwie in eine literarische Form zu bringen. Aber keine Autobiografie. Davon gibt es schon zu viele und au\u00dferdem wollen die Leser, es sei denn sie interessieren sich f\u00fcr bewusstseinsmanipulierende Techniken, mit ersch\u00fctternden Geschichten nicht unter Sklaventum und Kindesmissbrauch begl\u00fcckt werden. Die habe ich aber nicht zu bieten. Wenn, dann wird es eine Erz\u00e4hlung, die auf der sogenannten Metaebene das wiedergibt, was ich zu sagen habe. Dem am n\u00e4chsten kommt die Geschichte \u201eDas Brot\u201c. Dass sie zu einer der besten geh\u00f6rt, die ich je geschrieben habe, stimmt mich zuversichtlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Lekt\u00fcre:<\/strong><\/p>\n<p><em>Peter Sloterdijk- neue Zeilen und Tage<\/em> (angefangen)<\/p>\n<p>Noch nimmt es mich nicht so gefangen, wie das erste \u201eZeilen und Tage\u201c. Trotzdem ist es eine weitere Fundgrube an Gedanken, Schlussfolgerungen und Behauptungen, die mich herausfordern. Denn so gerne ich Sloterdijk lese, er bleibt mir auf eine unbestimmbare Art unsympathisch. \u00c4hnlich wie die Stimme im eigenen Kopf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Chantal Mouffe \u2013 F\u00fcr einen linken Populismus<\/em> (gelesen)<\/p>\n<p>Zuerst dachte ich, die 14 Euro sind es nicht wert. Es w\u00e4ren auch 28 Euro nicht zu viel gewesen. Treffend analysiert sie die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Attraktivit\u00e4t des rechten Populismus und versucht dem eine sozialdemokratische Alternative entgegenzusetzen. Was naturgem\u00e4\u00df schwierig ist, denn es geht um Affekte. Und diese sind beim Menschen evolutionsbedingt immer eher ausgrenzend und allem Fremden und Neuen gegen\u00fcber skeptisch. Ihre Utopie: statt eines Antagonismus Rechts-Links, der letztlich auf die Ausl\u00f6schung des Kontrahenten abzielt, einen Agonismus kultivieren, eine Rivalit\u00e4t politischer Ideologien, die zwar um gesellschaftliche Hegemonie k\u00e4mpfen, sich aber gegenseitig nicht ihre Existenzberechtigung absprechen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Wilhelm Heitmeyer \u2013 Autorit\u00e4re Versuchungen<\/em> (angefangen)<\/p>\n<p>Heitmeyer ist Gr\u00fcnder des Instituts f\u00fcr interdisziplin\u00e4re Konflikt- und Gewaltforschung und analysiert seit \u00fcber zwanzig Jahren \u201eDeutsche Zust\u00e4nde\u201c. Schon im Jahre 2001 hat er vor dem Aufkeimen einer rechtspopulistischen Bewegung gewarnt, die seiner Meinung nach in erster Linie auf die Demokratieentleerung durch den globalen Kapitalismus zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fun Fact: Sloterdijk erw\u00e4hnt Heitmeyer in einem Kommentar \u00fcber die Reaktionen auf den Massenmord von Breivik in Norwegen, und das klingt nicht gerade positiv. Gunter Hofmann, ehemals Die Zeit, r\u00fcckt in einem Artikel, der in einer von Heitmeyer herausgegebenen Buchreihe (Deutsche Zust\u00e4nde) erschien, Sloterdijk und in die N\u00e4he von Sarrazin. Ich merke: Mehrere B\u00fccher (und dazu noch verschiedene Artikel und Aufs\u00e4tze) gleichzeitig zu lesen ist zwar anstrengend, aber ein gutes Remedium gegen den unbewussten Einzug in eine Filterblase.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FC Bayern:<\/strong><\/p>\n<p>Die Trumpisierung des Sports. So wie es dem amerikanischen Pr\u00e4sidenten nicht um die Durchsetzung eines politischen Programms im Wettstreit mit konkurrierenden Denkweisen (Stichwort: Agonismus) geht, sondern um das reine Gewinnen durch die Ausschaltung\/Diffamierung tats\u00e4chlicher oder imaginierter Gegner, so hat sich auch die F\u00fchrung des FC Bayern von jedwedem sportlichen Gedanken verabschiedet und fordert f\u00fcr sich das Recht ein, von allen als der beste deutsche Fu\u00dfballverein angesehen zu werden, ungeachtet der tats\u00e4chlichen Leistungen. Das despotische Selbstverst\u00e4ndnis verbietet s\u00e4mtliche Kritik und wertet sie als existenzielle Bedrohung, der mit allen rhetorischen Mitteln entgegenzutreten ist. Wann f\u00e4ngt Hoene\u00df eigentlich an zu twittern?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":27,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-1146","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-archiv"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tloenfahrer.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1146","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tloenfahrer.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tloenfahrer.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tloenfahrer.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/27"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tloenfahrer.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1146"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/tloenfahrer.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1146\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1165,"href":"https:\/\/tloenfahrer.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1146\/revisions\/1165"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tloenfahrer.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1146"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tloenfahrer.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1146"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tloenfahrer.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1146"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}