01/VII/14

Heute Nacht träumte ich, dass ich auf einer öffentlichen Toilette saß und in der Kabine neben mir verrichtete Gott gerade sein Geschäft. Plötzlich hörte ich ein metallenes Klirren, gefolgt vom Rotiergeräusch einer leeren Kunststoffrolle.

Dann eine Stimme:
„Hast du noch Papier?“

Dummerweise war auch ich in eine zellstofffreie Kabine geraten, weshalb ich gerade versuchte, mit einem gebrauchten Taschentuch, das ich in der Hosentasche gefunden hatte, mir wenigsten eine rudimentäre Hygiene angedeihen zu lassen.

„Sieht schlecht aus“, sagte ich, „reicht grad mal für meinen Scheiß.“

Da lachte Gott laut auf und schlug mit der flachen Hand auf die uns trennende Sperrholzwand.
„Wenn‘s für deinen Scheiß reicht“, rief er mit kindlicher Begeisterung, „dann reicht es ja auch für meinen!“

Beim Händewaschen teilten wir uns dann noch den letzten Tropfen Seife aus einem leprösen Plastikspender.

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