Jenseits von Babel

Ein unendliches Universum wäre eine Potenzierung von Borges „Bibliothek von Babel“. Darin fänden sich nicht nur alle möglichen Kombinationen von Gegebenheiten, sondern sie wiederholten sich auch in der Art, wie zwei gegenüberstehende Spiegel sich bis ins Unendliche reflektieren. Es gäbe uns nicht nur in jeder erdenklichen Form und unser Leben nähme nicht nur jeden Weg, der irgend möglich wäre, wir existierten auch als unser jetziges Ich in unendlicher Anzahl. Diese Tatsache ändert nichts an unserer Einsamkeit, an unserem Wunsch geliebt zu werden, an unserem Bedauern darüber, genau der zu sein, der wir sind. Wenn wir sterben, können wir uns allerdings mit den Gedanken trösten, dass abermilliarden unserer Zwillingsgeschwister in diesem Moment das gleiche erleiden.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert